Ringen (auch für Kinder)

MMA Berlin Ringen

Ringen gilt als die älteste systematisierte Kampfkunst der Menschheit. Lange bevor Waffen entwickelt wurden, kämpften Menschen mit ihrem eigenen Körper um Schutz, Status, Nahrung und Überleben. Seit den Olympischen Spielen der Antike bis heute ist Ringen die Grundlage für nahezu jede Form des realistischen Zweikampfs – und bis heute die Basis für jeden wirklich kompletten Kämpfer.

Geschichte des Ringens

Antike Ursprünge

ca. 3000 v. Chr.
Die frühesten bekannten Darstellungen von Ringkämpfen stammen aus Mesopotamien und dem Alten Ägypten. Reliefs und Grabmalereien zeigen klar strukturierte Grifftechniken, Hebel und Würfe – ein Hinweis darauf, dass Ringen bereits damals als erlernbare Kunst verstanden wurde.

708 v. Chr.
Ringen (Pále) wird offizielle Disziplin der Olympischen Spiele im antiken Griechenland. Der Kampf endet durch Aufgabe oder dreifaches Zu-Boden-Bringen des Gegners.

Pankration
Eine Kombination aus Ringen und Boxen – das antike Äquivalent zu modernem MMA. Pankration galt als die härteste olympische Disziplin und war nahezu regelfrei.

Ringen war im antiken Griechenland nicht nur Sport, sondern Teil der Erziehung freier Bürger. Körperliche Stärke, Technik und geistige Kontrolle galten als Einheit.

Ringen in Rom und im Mittelalter

Die Römer übernahmen das griechische Ringen und integrierten es in die Ausbildung von Soldaten und Gladiatoren. Im Mittelalter blieb Ringen als Volks- und Kriegskunst erhalten:

  • Ritterliches Ringen als Teil der Waffenausbildung
  • Ringbücher (z. B. Talhoffer, Ott Jud) dokumentieren Techniken systematisch
  • Ringen als Vorbereitung für den bewaffneten Kampf

Besonders das Ringen am Schwert und Ringen in der Rüstung zeigen, dass waffenloser Kampf als essenziell galt, selbst in bewaffneten Auseinandersetzungen.

Neuzeit und Moderne

Im 19. Jahrhundert entwickelt sich Ringen zu einem organisierten Wettkampfsport:

  • Griechisch-römisches Ringen (Oberkörper, keine Beinangriffe)
  • Freistilringen (Angriffe an den Beinen erlaubt)

1904 wird Freistilringen olympisch, griechisch-römisches Ringen bleibt fester Bestandteil.

Im 20. und 21. Jahrhundert wird Ringen zur zentralen Grundlage moderner Kampfsysteme:

  • Mixed Martial Arts (MMA)
  • Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)
  • Sambo
  • Luta Livre
  • Selbstverteidigungs- und Militärsysteme

Nahezu jeder dominante MMA-Champion hat eine starke Ringerbasis.

Warum Ringen die Basis jedes Kämpfers ist

Ringen lehrt das, was kein Schlagtraining vermitteln kann:

  • Kontrolle über Distanz und Körperkontakt
  • Balance, Schwerpunkt und Kraftübertragung
  • Timing und Reaktion unter Widerstand
  • Dominanz im Clinch und am Boden

Ein guter Ringer entscheidet:

  • ob ein Kampf im Stand bleibt
  • ob er zu Boden geht
  • in welcher Position der Kampf geführt wird

Training im Ringen

Körperliche Grundlagen

Ringertraining entwickelt eine einzigartige Athletik:

  • Explosivkraft
  • Isometrische Kraft
  • Ausdauer unter Belastung
  • Beweglichkeit und Körperspannung

Typisch sind:

  • Partnerdrills unter vollem Widerstand
  • Rumpf- und Nackenarbeit
  • Intervallbelastungen nahe der Leistungsgrenze

Technische Schwerpunkte

  • Takedowns (Single Leg, Double Leg, Würfe)
  • Clincharbeit
  • Kontrolle am Boden
  • Umdrehen, Halten, Fixieren

Ringen funktioniert ohne Schläge – und ist deshalb besonders realistisch für Situationen, in denen Distanz nicht möglich ist.

Mentale Schule des Ringens

Ringen ist brutal ehrlich.

  • Kein Verstecken hinter Distanz
  • Kein Ausweichen ohne Konsequenz
  • Jeder Fehler wird sofort bestraft

Ringer entwickeln:

  • mentale Härte
  • Frustrationstoleranz
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Demut gegenüber Technik und Training

Viele beschreiben Ringen nicht als Sport, sondern als Charakterformung.

Ringen heute

Heute erlebt Ringen eine Renaissance:

  • als Grundlage im MMA
  • als funktionelles Athletiktraining
  • als realistische Selbstverteidigung
  • als kulturelles Erbe der Menschheit

Ob olympischer Wettkampf, Kampfsport oder persönliche Entwicklung – Ringen bleibt zeitlos.

Freistil-Ringen für Kinder

Trainingsinhalte
Schwerpunkt des Trainings sind freies Kämpfen, Kampfübungen, Turnen und Spiele zum Aufbau von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination. Außerdem werden Techniken aus dem Ringen im Stand und am Boden trainiert. Die Kinder nehmen regelmäßig an Wettkämpfen teil. 
Voraussetzungen
Wir haben zwei Trainingsgruppen:
 
Ringen Jugendliche (2013+)
nur fortgeschrittene Jugendliche ab Jahrgang 2013 
 
Ringen Kinder (2020-18)
auch Anfänger, nur diese Jahrgänge
2020 wenige freie Plätze
2019 Warteliste
2018 Warteliste
 
Für beide Gruppen ist eine regelmäßige Teilnahme an allen Trainingseinheiten und Wettkämpfen erforderlich. 
Trainingszeiten
Ringen Jugendliche (2013+): 
Di 17:00-18:30
Do 17:00-18:45
Sa 9:20-11:20
So 17:00-18:45
 
Ringen Kinder (2020-18):
Mi 17:00-18:00
So 16:00-17:00

Fazit

Ringen ist mehr als eine Disziplin.

Es ist:

  • die älteste Kampfkunst der Menschheit
  • die Basis realer Kampffähigkeit
  • ein Test von Körper, Geist und Charakter

Wer Ringen beherrscht, versteht Kampf in seiner ursprünglichsten Form.

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